ÖBH Fouga Magister ÖBH

Das sind die Zutaten für unser nächstes Projekt:

Der Bausatz von AMK, eine Figur von PJ-Production, ein selbstklebendes, farbiges Cockpit Ätzteil Set von Eduard (FE721), ein Maskenset von Eduard (EX463) und jede Menge Acrylstäbe.

Fouga Magister ÖBH

Für alle Fälle habe ich die passenden Vorbildfotos einer restaurierten Fouga Magister ÖBH in der Ausstellung im Hangar 8 in Zeltweg geschossen ;-) Wenn nicht anders angegeben stammen alle Fotos vom Vorbild von mir.

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Wie üblich starten wir im Cockpit. Da es ein Zweisitzer ist, hat man auch doppelt so viel Spaß. Zur Vorbereitung für den Einbau der Eduard Ätzteile müssen die, eigentlich schön gegossenen, Instrumentendetails entfernt werden. Das geht für mich am Besten mit einem scharfen Schaber (engl. Chisel).

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Bei Probepassungen fällt mir auf, daß die Rückseiten der Instrumentenbretter recht gut sichtbar sind. Ein schneller Blick auf die Vorbildfotos bestätigen ... yep, da sieht man deutlich etliche Kabel.

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Daher habe ich mit verschiedenen, kleinen Bohrern Löcher in die Rückseite der Instrumente gebohrt und unterschiedlich dicke Drähte eingeklebt. Das ist jetzt nichts Weltbewegendes und absolut nicht 100% akkurat, aber es sieht zumindest optisch besser aus.

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Bevor ich das Cockpit bemale und die Ätzis einklebe. muss ich noch den Piloten anheuern. In meinem Fundus sieht es recht dünn aus, aber ein überzähliger F-104 Pilot von PJ Production passt vom Outfit als auch von der Pose ... zumindest so halbwegs.

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Allerdings muss ich heftig an den Beinen schnitzen und diese schlanker gestalten, damit der gute Mann in den Sitz passt.

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Weiter gehts dann mit Detailierungen im Cockpit.

Die beiden Sauerstoffflaschen und die Leitungen werden mit 0,3 mm Bohrer und 0,28mm Draht erstellt. Wichtig für die kleinen Bohrungen sind eine ruhige Hand und gute, scharfe Bohrer. Kauft nicht no-name Billigzeug, das bohrt nicht mal Plastik!

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Leider gibts ab und zu häßliche Auswerfermarkierungen an Stellen die man doch sieht ... wie hier am Schott zum Avionikbereich hinter dem zweiten Pilotensitz.

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Nachdem das Übel weggeschliffen ist wird auch dieser Bereich mit dünnen Bleidrähten von Plusmodel verfeinert. Diese Leitungen kommen von der Avionik-Hardware ins Cockpit und lt. Vorbildfotos gibts diverseste unterschiedliche Konfigurationen. Ich habe mich hier lose an der Museumsmaschine in Zeltweg orientiert.

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Schön zu sehen, die typischen, blauen Gurte.

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COCKPITFARBE

Nun gehts mit der Lackierung im Cockpit weiter. Zuerst wird alles Plastik mit Isopropylalkohol und Pinsel vom Schleifstaub und von Fingerabdrücken gereinigt.

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Dann wird der gesamte Cockpitbereich in XF-69 Nato Black verdünnt mit Mr. Color Levelling Thinner gesprüht.

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Anschließend erhalten die erhabenen Teile und Kanten ein klassisches Drybrushing mit Tamiya XF-19.

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Danach werden die Leitungen auf der Rückseite der Instrumentenpanels mit diversen grauen Farbtönen bemalt.

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Obacht bei den Sitzen. Hier liegt die Farbangabe in der Anleitung falsch. Die Sitze hatten eine braune Schale und braune Pölster. Siehe auch Foto weiter oben. Gunze H-37 wurde gesprüht und mit Überraschung festgestellt dass die Farbe hoch glänzend wird ;-) ... kann man später noch abmildern.

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COCKPIT ÄTZTEILE

Die Eduard Ätzteile FE 721 für die AKM Fouga Magister sind teils selbstklebend und die Rückseite ist mit Papier geschützt. Abgesehen davon dass die Farbe der Instrumentenbretter eigentlich schwarz sein sollte sind die kleinen Anzeigen und Zeiger toll gedruckt. Mit dem Pinsel würde ich das niemals nur annähernd so hinbekommen!

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Die Instrumenttafeln sind klebend, andere Teile wie Gurte sind nicht klebend. Die Klebefäche erinnert ein wenig an diverse Klebesprays.

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Hier mein Setup mit den benötigten Werkzeugen ... scharfes Skalpell mit Nr. 11 Klinge, feine Pinzette, Micro Kristal Klear als Kleber, Zahnstocher und ein Ätzteilcutter um die Teile nötigenfalls in Form zu schneiden.

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Mit dem Skapell werden die Ätzis, auf einer harten Unterlage damit Sie sich nicht verbiegen, ganz am Rand der Metallstege abgeschnitten. Falls man hier zu viel stehen lässt kann man die Überstände mit ener feinen Nagel- oder Diamantfeile abschleifen.

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Dann wird mit dem Zahnstocher der Micro Kristal Klear Kleber aufgetupft und das Ätzteil damit aufgeklebt ... obwohl das Ätzteil selbstklebend ist. Ich mag diese Klebefächen nicht besonders. Sie kleben wie Sie wollen ... manchmal zu stark, manchmal zu wenig. Und beim genauen Positionieren der Teile sind sie absolut beschixxxen. Deswegen pappe ich ein wenig von diesem Micro Kristal Klear drauf und kann die Teile bequem in Position schieben!

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Herausgequollener Kleber wird einfach mit feuchtem Pinsel entfernt. Wichtig ist es jedenfalls zu beachten, dass die Ätzteile nicht über den Cockpitrand hinausragen, sonst passt später das Cockpit nicht sauber in die Rumpfhälfte und man fängt sich eine Menge Ärger ein ;-)

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Die Instrumentenpanels werden wie ein Sandwich übereinander geklebt. Zuerst die Teile mit den Instrumentenmarkierungen.

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Darüber dann nochmal eine Lage Micro Kristal Klear ... und dann das Ätzteil mit den Instrumentenöffnungen aufkleben und vorsichtig andrücken.
Keine sorgen wegen herausgequollenem Kleber ... einfach mit feuchtem Pinsel entfernen. Vorteil dieser Methode ist dass man gleichzeitig schöne Instrumentengläser mit dem Kleber erhält. Micro Kristal Klear trocknet glasklar auf. Aber Vorsicht, wenn der Kleber schon viele Jahre in der Schublade liegt und sehr zäh geworden ist, neigt er dazu milchig zu bleiben. Lieber frischen Kleber verwenden.

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Nachdem das Cockpit von diesem Schulflugzeug zwei Instrumentenbretter hat, wollte ich beim zweiten eine andere Methode probieren. Diesmal ich das Sandwich mit Superkleber geklebt und versuche nun mit Future (Klarlack) die klaren Instrumentengläser zu erhalten. Tröpfchen von Future werden mit dem Zahstocher in die Instrumente eingetröpfelt. Diese Prozedur musste ich 5x wiederholen, um einen erkennbaren Effekt zu erhalten. Daist das Future wohl zu flüssig und verläuft sich unter dem nicht 100%ig gerade aufliegenden Ätzteil ;-)

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Hier das Endergebnis mit beiden Arten (Instrumentenpanel links=> mit Future; rechts=> mit Micro Kristal Klear).

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Ich persönlich finde die Kristal Klear Methode einfacher, schneller und im Endergebnis überzeugender.

ÄTZTEIL SITZGURTE

Nachdem die speckig glänzenden Sitze mit Washing und Highlighting und etwas Mattlack abgemildert wurden, bekommt der hintere Sitz nun seine Gurte. Die typischen blauen Gurte sind im Ätzteilsatz von Eduard enthalten und sind sauber gedruckt. Geklebt werden Sie mit Superkleber. Damit die Teile beim Kleben nicht herumwandern, werden Sie mit Tape fixiert.

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Für mich war die Positionierung der fiddeligen Ätzteile im problematisch. Mit der Pinzette pingen mir die kleinen Dinger immer wieder in jede Richtung davon. Auch habe ich einige Zeit eine Zahnstocker mit UHU-Tac an der Spitze als Halter verwendet.
In letzter Zeit ist dieser weiße Wachsstift mein absolutes Lieblingswerkzeug. Der Stift hat eine leicht klebrige Wachsmine, die man mit einem Spitzer (oder Messer) anspitzen kann wenn die Klebrigkeit nachlässt. Die Klebekraft ist für Ätzis gerade richtig und man kann die Teile problemlos aufnehmen und in Position kleben. Den Stift bekommt man für wenig Geld in Bastelläden (oder in 10er Packs billig aus China) und wird vor allem dafür verwendet, Strasssteine auf Fingernägel zu positionieren.

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Und so sieht das Cockpit nun aus, Sauerstoffflaschen bemalt, Sitze eingeklebt und die Instrumente warten darauf verbaut zu werden.

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Damit das Cockpit fertiggestellt werden kann muss der Pilot bemalt werden. Wie üblich kommen beim Piloten die Vallejo Model Color Farben zum Einsatz, weil Sie sich gut pinseln lassen.

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Die österr. Piloten in den 50ern/60ern trugen sandfärbige Overalls (Vallejo Iraqui Sand mit 1x Abdunklung und 1x Aufhellung). Das Gurtzeug ist blau. Der Helm war weiß/cremeweiß?, die Atemmaske grün und das Sonnenschutzvisier schwarz. Hier ein Bild aus 2008, als der Pilot in der Museumsmaschine noch mit Helm und Maske ausgerüstet war.

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Hier meine Interpretation.
Leider sind die meisten Model Color Farben nach dem trocknen glänzend, was bei Stoffen nicht besonders schön aussieht. Die Stoffteile wurden zum Schluss noch mit mattem Klarlack von Andrea (AC-44) mehrmals überpinselt.

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Nun kann der junge Mann im Cockpit Platz nehmen ... sobald er im Sitz festgeklebt ist, werden noch die blauen Sitzgurte ergänzt. Da beim biegen bei den farbigen Eduard Ätzteilen blaue Farbchips abgesplittert sind, habe ich die Gurte, die zur Rückseite vom Sitz führen, einfach aus Tamiya Tape geschnitten und blau angemalt.

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Nachdem die Instrumentenpanels eingeklebt sind, kann das Cockpit in die Rumpfhälften eingeklebt werden und der Rumpf verschlossen werden ... sagt zumindest die Bauanleitung in Schritt 8. Wie sich später herausstellen wird, war das nicht besonders schlau ... aber dazu später mehr.

Da der Treibstofftank gleichzeitig das hintere Schott des Cockpits ist, wird dieses zusammengebaut und bemalt. Alle weiteren internen Strukturen (Electronic Bay, Pressure Bay, Primary Gas Tank) werden in meinem Fall weggelassen. Wir kleben die beiden Hälften zusammen und fixieren die Hälften mit Klammern.

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Leider ist die Passgenauigkeit der Rumpfhälften nicht besonders toll. Zumindest kann man sich aussuchen welche Seite man mühsam verschleifen möchte. Ich habe mich für die Unterseite entschieden ...

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Die Wartungsdeckeln sind alle einzeln ausgeführt ... super wenn man eine Wartungsszene am Boden macht ... nicht so super wenn man die Maschine geschlossen baut, weil die Passgenaugikeit ist da auch nicht besonders toll. Es bleiben Lücken, durch die man ins innere sehen kann. Diese müssen mit Tamiya Surface Primer gefüllt werden.

Erst mit dem Pinsel auftragen und dann mit einem Wattestäbchen (etwas mit Mr. Color Leveling Thinner befeuchtet) den Überschuss wegwischen. Und schon sind die Fugen dicht ;-)
Die Antenne wird abgeschnitten, denn wie zeitgenössische Fotos zeigen, hatten die ÖBH Maschinen in dem Zeitraum diese Antenne nicht monitert. Diese wurde wohl später nachgerüstet und so im Museum übernommen. Die Maschine wurde erst 2005 von den Irischen Luftstreitkräften wieder an Österreich übergeben. Da gabs in den vergangenen Jahrzehnten einige Umbauten nehme ich an.

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Während die Rumpfklebung aushärtet habe ich beim schmökern in den Vorbildfotos der österr. Maschinen drei Abweichungen zum Modell gefunden. Hätte ich nicht tun sollen, denn da muss ich wieder ran ;-)

a) an der Nase sind diese typischen Magister-Antennen nicht vorhanden
b) am V-förmigen Leitwerk sind die Nietenreihen verspachtelt und nicht so prominent.

a) an der Nase sind diese typischen Magister-Antennen nicht vorhanden ...
hier der Bereich an der Museumsmaschine.

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... leider sind Vertiefungen dafür am Modell vorhanden, diese müssen aufgefüllt und verschliffen werden. Das Auffüllen mache ich gerne mit selbstgebrautem Evergreen-Putty. Evergreen Strips werden in Tamiya Thin Cement aufgelöst bis ein flüssiger Spachtel entsteht. Das ist ein uralter Modellbautrick der langsam wieder in Mode kommt ;-)

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Nach einem Tag Trocknungszeit kann man die Stellen verschleifen, was links schon passiert ist.

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b) am V-förmigen Leitwerk sind die Nietenreihen verspachtelt und nicht so prominent ... hier ein Bild von der Museumsmaschine.

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Auf sämtlichen sw-Vorbildfotos die ich eingesehen habe, sind die Nietenreihen ebenfalls nicht zu identifizieren ... das heißt, die auffälligen Nietenreihen am Bausatz passen für den Österreicher nicht ... also weg damit, nur die einzelne Reihe bleibt erhalten.

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Und weil wir grade so schön beim schleifen sind ... irgendwie stehe ich mit den Angüssen des Bausatzes auf Kriegsfuß. Weil die Angüsse an den Klebeflächen platziert sind, entstehen beim verschleifen immer Vertiefungen die beim Zusammenfügen der Teile böse Spalten verursachen :-(

Wie hier am Leitwerk ... auch diese werden mit Flüssigspachtel verschlossen und verschliffen.

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Da mein Modell im Flug dargestellt wird, müssen die Fahrwerkschächte geschlossen werden. Dazu verklebt man diese von Innen mit kleinen Sheetstückchen, damit Sie stabil bleiben. Die üblichen Lücken werden von Innen mit Tamiy Surfice Primer verschlossen.

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Auch an der Nase muss man den die Fahrwerksklappen schließen. Nachdem die ersten 2 Teile des Nasenpuzzle geklebt sind habe ich von innen UHU TAC eigeklebt und von außen die Klappe in die Masse gepresst. Anschließend wurden ddie Fahrwerksklappe geklebt und mit Flüssigspachtel die Lücken beseitigt.

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Wie es scheint bin ich wirklich ein wengal deppat ... kaum ist der Schaden beim Leitwerk behoben passiert mir der gleiche Stress bei den Flügelvorderkanten, obwohl ich aufgepasst habe ... nun wird auch hier mit Flüssigspachtel verfüllt und die Rundungen werden mit diesen "Schabern" einfach abgeschabt. Geht viel schneller und einfacher als mit Schleifsticks ...

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Zum Schluss von dem Update komme ich wieder auf die Anleitung zurück. Laut Bauanleitung soll man in den Schritten 8 - 13 die Rumpfhälften schließen und erst danach in Schritt 15 das Schott mit der Flugavionik (Flight Computer) von oben einkleben.

Ok, dann versuchen wir das mal ... geht irgendwie nicht, das Teil lässt sich nicht passend aufsetzen.

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WTF ... und wie soll da die hintere Kanzel passen???

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Es ging einfach nicht.
Ich musste das Avionikmodul rundum um einige Milimeter zurückschleifen, ebenso die Höhe vom Schott passte nicht unter die Cockpithaube ... was besonders toll ist wenn das Teil schon fertig bemalt hat.

Nach dem unzähligen Durchgängen an Verschleifen und Anpassen kann man die Lackschäden beseitigen und das Teil endlich so einkleben, dass die Cockpithaube darüberpasst!

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Entweder habe ich einen Baufehler gemacht oder man muss das Avionikteil bereits beim Schließen der beiden Rumpfhälften mit einkleben. Also liebe AMK Bausatz Nachbauer ... Obacht bei diesem Teil. Am Besten vor der Bemalung trocken zusammensetzen und sehen was das Ding macht.

Danke dass Ihr bis hier durchgehalten habt. Demnächst geht es mit Teil 2 weiter.
Beste Modellbaugrüße von
Walter Lampel


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